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Offene Türen für offene Ohren

Kulturelle Teilhabe im Musikverein

Am kulturellen Leben teilzunehmen ist ein Menschenrecht – und das soll nicht durch Barrieren finanzieller Art oder aus anderen vielfältigen Gründen gefährdet werden: Der Musikverein nimmt dies sehr ernst und hat daher einige Projekte gestartet, die auch Menschen zu Konzerten einladen, die ohne Initiativen wie diese weniger leicht bis gar keinen Zugang finden.

© Julia Wesely

„Als führende Musikinstitution sind wir dazu aufgerufen, für alle da zu sein“, sagt Musikvereinsintendant Stephan Pauly. „Wir wollen Musik für alle machen, die diese erleben wollen, und Hürden abbauen, die das verhindern könnten. Jede und jeder soll erfahren dürfen, wie lebensbereichernd Musik sein kann.“

Schon seit Jahrzehnten zeugt das umfangreiche Kinder- und Familienprogramm des Musikvereins von Bemühungen um kulturelle Teilhabe. In Zyklen wie beispielsweise „Topolina“ und „Agathes Wunderkoffer“ lernt das junge Publikum nicht nur Instrumente und bekannte Musikstücke kennen, sondern es versteht auch, wie wertvoll Musik für das eigene Leben sein kann.

Ein lebendiges Bild davon, wie dies auch bei Kindern und Jugendlichen funktionieren kann, die den Musikverein bisher noch nicht kannten, zeigten in der vergangenen Saison beispielsweise auch die Konzerte von „The Power of Music“, die in Kooperation mit dem Sozial- und Gesundheitszentrum CAPE 10 in Wien-Favoriten gestartet wurden. Dabei wird pro Saison 400 sozial benachteiligten sowie auch armutsgefährdeten Kindern aus Schulen mit besonderen Herausforderungen in Wien-Favoriten ermöglicht, kostenlos Konzerte und Workshops zu besuchen. In der ersten Spielzeit seit der Gründung standen drei Mal „Albertos Abenteuer“, drei Auftritte von ECHO-„Rising Stars“ und ein Weihnachts-Sing-Along im Großen Saal unter der Schirmherrschaft von Mezzosopranistin Elīna Garanča auf dem Programm. Im Zuge des Projekts kommen die Volksschulklassen zu Konzerten in den Musikverein sowie ins CAPE 10 – das Haus, das hilft. Ihre Lehrer:innen werden darüber hinaus darin geschult, wie sie Musik noch mehr in den Schulalltag integrieren können. So will man den Kindern einerseits den Musikverein als traditionsreiche Kulturstätte vorstellen und sie andererseits auch sprichwörtlich vor ihrer Haustüre abholen.

Petr Popelka beim Dirigieren im Großen Saal

© Julia Wesely

Das Projekt ist derzeit auf fünf Jahre angelegt und möchte jede Saison weitere 400 Kinder für Musik begeistern, ihre eigene Kreativität wecken und ein Zugehörigkeitsgefühl schaffen. Hürden sollen abgebaut, gesellschaftliche Integration und kulturelle Bildung nachhaltig gefördert werden. Silvia Bruni, CAPE-10-Geschäftsführerin, erklärt: „Es geht darum, dass die Schüler:innen und auch ihre Eltern spüren, dass sie im Musikverein willkommen und gewollt sind.“ Stephan Pauly zeigt sich „von der Resonanz überwältigt“ und erzählt, dass in der ersten Saison innerhalb kürzester Zeit 800 Anmeldungen für „The Power of Music“ bei CAPE 10 eingingen. Und Silvia Bruni betont: „Wir wollen den Kindern Konzerte an einem besonderen Ort ermöglichen, wo sie die Kraft der Musik spüren und selbst Teil des Programmes werden. Und wir möchten ihnen signalisieren: Ihr seid wichtige Mitglieder unserer Gesellschaft – ihr werdet gesehen, gehört und wertgeschätzt.“

Die Überlegungen, wie man durch niederschwellige Zugänge auch jene mehr hereinholen kann, die bisher noch wenig in den Musikverein kommen, beschränken sich keinesfalls auf Kinderprogramme. Bereits bewährt hat sich die Konzertreihe „Souvenir“, bei der in Kooperation mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Caritas Menschen mit Demenz, die oft vom kulturellen Leben ausgeschlossen sind, und ihre Begleitungen im Brahms-Saal Konzerte erleben können. Dabei hören sie beschwingte Musikstücke und bekannte Melodien, bei denen sie sich auch an frühere Zeiten erinnern können. Alle Musiker:innen sowie die Moderatorin und die Mitarbeitenden sind auf die Bedürfnisse der Besucher:innen eingestellt. Barriere- und Bewegungsfreiheit ist gegeben, spontane Reaktionen sind jederzeit willkommen. Über die sechs Konzerte im Brahms-Saal hinaus organisiert der Musikverein auch jede Saison eines in einem Pflegeheim, um den Menschen Musik auch in ihrem gewohnten Umfeld näherzubringen und für jene da zu sein, die aufgrund der fortgeschrittenen Krankheit nicht mehr die Mobilität haben, in die Konzertsäle zu kommen.

So wird im Musikverein in unterschiedlichsten Formen kultureller Teilhabe Raum gegeben. In den nächsten Jahren sollen noch mehr Projekte und Angebote ins Leben gerufen werden, um auch weitere Gruppen als Publikum anzusprechen, die bis dato noch nicht in den Musikverein kommen.

Markus Siber

Konzerte in der Saison 25/26

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