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Zusammenhänge hörbar machen

Petr Popelkas „Hör-Bar“ als neues Konzertformat im Gläsernen Saal

Petr Popelka, Chefdirigent der Wiener Symphoniker, ist ein neugieriger Mensch mit vielen musikalischen Interessen. In der „Hör-Bar“, einem von den Wiener Symphonikern und dem Musikverein gemeinsam entwickelten neuen Konzertformat, stellt er als Musiker und Moderator Lieblingsstücke in anregender und entspannter Atmosphäre vor.

© Julia Wesely

Dresden, Mitte der 2010er Jahre. Ein junger Musiker der Sächsischen Staatskapelle, seines Zeichens Stellvertretender Solo-Kontrabassist, geht auf sein 30. Lebensjahr zu. Er hat schon viel erreicht, hat unter den besten Dirigent:innen der Welt gespielt, ist rundum zufrieden. Und dennoch lässt ihn etwas nicht los: Er würde so gerne einmal in Ruhe auch seinen anderen musikalischen Neigungen nachkommen, die bei seiner schnellen Karriere als Orchestermusiker bisher auf der Strecke geblieben sind. Er sucht um ein Sabbatical an – und findet nun endlich Zeit, sich auch als Komponist und Dirigent auszuprobieren.

Dass Petr Popelka mittlerweile im Dirigieren seine Bestimmung gefunden hat, muss rund zehn Jahre später nicht extra betont werden. Seine steile Karriere weist ihn heute als einen der wichtigsten Vertreter seiner Generation aus. Aber seine vielfältigen musikalischen Interessen hat sich der immer noch junge Musiker bis heute bewahrt. Selbstverständlich pflegt er als Chefdirigent der Wiener Symphoniker das symphonische Kernrepertoire, doch genauso gerne bewegt er sich abseits der ausgetretenen Pfade, holt vor den Vorhang, was ihn musikalisch berührt, aber im konventionellen Konzertalltag oft das Nachsehen findet.

Der Begeisterung Popelkas für die Vielfalt der Musik entsprang die Idee zur „Hör-Bar“, einem gemeinsamen Projekt der Wiener Symphoniker und der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Zentrales Anliegen ist es dabei, das Repertoire und die Abläufe des klassischen Konzerts aufzubrechen und an Abenden mit Werkstattcharakter Freiräume für das gemeinsame Nachdenken über Musik zu schaffen. Der Gläserne Saal verwandelt sich hierfür zu einer Lounge, die ein ungezwungenes Hörerlebnis möglich macht und die strenge Trennung zwischen Bühne und Auditorium aufhebt. Je nach Stück sind die Musiker:innen unterschiedlich im Raum platziert, das Publikum gruppiert sich um sie herum und kann ihnen – so es das will – regelrecht über die Schulter schauen.

Petr Popelka beim Dirigieren im Großen Saal

© Julia Wesely

Beginnend mit der Saison 2025/26 wird Popelka in der „Hör-Bar“ ganz unterschiedlich besetzte Kompositionen in den Fokus rücken, die ihm besonders ans Herz gewachsen sind. Er verschafft ihnen dabei nicht nur Gehör, sondern legt dem Publikum auch seine persönliche Sicht auf sie dar, erklärt sie, ordnet sie in einen größeren musikalischen Kontext ein. Im Besonderen wird es dabei um Musik des 20. und 21. Jahrhunderts gehen. Es wäre aber auch kein Programm von Popelkas Geschmack, wenn darunter nicht auch ganz selbstverständlich Musik von Gustav Mahler oder Antonín Dvořák vertreten wäre. Er selbst wird in der „Hör-Bar“ mit dem Taktstock ebenso zu erleben sein wie am Klavier und am Kontrabass – in jedem Fall aber als begeisternder Fürsprecher herausragender Musik, die es verdient hat, einem breiteren Publikum bekannt und vertraut zu werden. In den Pausen und im Anschluss mischen sich die Musiker:innen an der Bar unters Publikum – den Frack, das ist ganz klar, werden Petr Popelka und seine musikalischen Mitstreiter:innen zu Hause lassen.

Markus Siber

Konzerte in der Saison 25/26

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